Wangerooger Inselbahn

Wangerooger Inselbahn

Die eingleisige Inselbahn Wangerooge ist eine nicht elektrifizierte Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 1000 mm auf der ostfriesischen Insel Wangerooge. Sie ist das wichtigste Verkehrsmittel auf der Insel und heute die einzige Schmalspurbahn der Deutschen Bahn.

Allgemeine Informationen zur Inselbahn Wangerooge

Die Inselbahn Wangerooges fährt ebenfalls auf 1000-mm-Gleise und verbindet die Westmole im Südwesten der Insel mit dem Dorfbahnhof auf der Insel. Als Besonderheit der Nordsee-Inselbahnen war diese Inselbahn schon immer in den Händen der Staatsbahnen: zuerst bei der Oldenburger Eisenbahn, dann bei der Deutschen Bahn und der Bundesbahn und heute bei der Deutschen Bahn AG. Diese Zugehörigkeit zeigt sich in vielen Details.

Das heutige Gleisnetz besteht in dieser Form seit etwa 1960. Etwa auf halber Strecke befindet sich die Saline Junction, von der aus die Stichbahn in den Westen der Insel führt. Auf Wangerooge existierten im Laufe der Jahrzehnte eine Vielzahl weiterer (Militär-)Straßen und Verbindungen. Heute ist die Wangerooger Inselbahn die letzte Schmalspurstrecke der Deutschen Bahn AG und wird mit vier Diesellokomotiven der Baureihe 399 betrieben. Neben dem Personenverkehr gibt es auch den Güterverkehr.

Wangerooge erleben und entdecken

Der Wind und die Wellen, der Geruch von Salz in der Luft und die Insel am nördlichen Horizont. Kein Lärm, keine Hektik. Autos bleiben in Harlesiel auf dem Festland oder zu Hause, der Trubel ebenso. Wenn die Fähre nach Wangerooge abfährt, nimmt sie ihre Passagiere in einem anderen Tempo mit. Wangerooge lockt jedes Jahr viele Besucher – als Urlauber oder Tagesausflügler – nicht nur mit Sonne, Salz und Meer, sondern empfiehlt sich auch für die Entdeckung der Langsamkeit. Aber keine Langeweile! Durch die Lage im Nationalpark bietet Wangerooge Urlaubern die Möglichkeit, das Wattenmeer hautnah zu erleben. Außerdem hat Gastfreundschaft hier eine lange Tradition: Seit über 200 Jahren ist Wangerooge ein anerkanntes Seebad!

Neben täglichen Linienverkehren bieten wir für Urlauber an der Küste Tagesfahrten nach Wangerooge an. Aber auch Urlauber von Wangerooge aus können Tagesausflüge zum Festland unternehmen. Carolinensiel mit seinem malerischen Hafen und ostfriesischer Gastlichkeit heißt seine Gäste herzlich willkommen.

Video über die Inselbahn Wangerooge

Kurioses der Inselbahn

Der Inselbahnhof trägt die Bahnhofsbezeichnung „Wangerooge“ und ist im DB-Design weiß auf blau gekennzeichnet. Das Empfangsgebäude trägt auf der Stadtseite die Aufschrift „Kehre wieder“. An der nicht bezeichneten Hafenstation steht ein Schild mit der Aufschrift „Gott hat die Zeit geschaffen. Von Eile hat er nichts gesagt.“

Die Zukunft der Inselbahn

Die Wangerooger Inselbahn ist das Hauptverkehrsmittel der Insel und wird es wohl noch lange bleiben. Im Gegensatz zu benachbarten Inseln kann der Fährhafen nicht in die Nähe des Inseldorfs verlegt werden. Das Rollmaterial ist in gutem Zustand, die Strecke, der Bahnhof und das Westpier wurden kürzlich renoviert und die Bahn ist auch mangels Alternativen sehr stark ausgelastet und der Flugverkehr nimmt nur einen geringen Teil der Passagiere auf. Auch der Güterverkehr ist noch sehr umfangreich (und profitabel).

Lokomotiven und Waggons der Inselbahn

Zum Betriebsstart hat G.O.E. 1897 eine zweiachsige Dampflokomotive, die von der Märkischen Lokomotivfabrik hergestellt worden war. 1900 wurde eine zweite Lokomotive von der Heilbronner Maschinenbaugesellschaft angeschafft, die zuvor als Baulok auf Wangerooge eingesetzt worden war. Die Verkehrszunahme erforderte 1904 eine dritte Lokomotive, die als erste direkt gekauft und von Freudenstein & Co. geliefert wurde. Als Ersatz für die ersten Lokomotiven, die der Verkehrszunahme nicht mehr gewachsen waren, die Lokomotiven 4 und 5 wurden 1910 und 1913 von Hanomag hergestellt. 99 211 wurde 1929 als erste dreiachsige Lokomotive in Dienst gestellt. 1939 kam eine Verstärkung durch einen dreiachsigen Pfälzer L 1, der in Ludwigshafen überflüssig wurde. Sie fiel durch ihre Ausführung als Straßenbahnlokomotive auf. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf Wangerooge drei weitere Lokomotiven der Französischen und Niederländischen Eisenbahnen für den verstärkten Militärverkehr eingesetzt (99 271 (ehem. ZVTM 21[2]), 99 281, 99 291); Es ist jedoch unklar, ob sie alle verwendet wurden.

1952 traf die erste Diesellokomotive in Wangerooge ein, die dreiachsige V 11 901 (ab 1992: 399 101). Fünf Jahre später folgten zwei stärkere Lokomotiven mit den Nummern V 11 902 und V 11 903 (ab 1992: 399 102–103). Diese machten Dampflokomotiven überflüssig. 1971 wurde eine weitere gebrauchte Lokomotive, diesmal mit zwei Achsen, von der Inselbahn Juist angekauft und als 329.504 (ab 1992: 399.104) klassifiziert. 1990 wurde der Lokomotivpark erneuert, die Linien 399 105 und 399 106 wurden fast neuwertig angeschafft. Sie überzeugten jedoch nicht, so dass Schöma 1999 zwei neue Lokomotiven 399 107 und 399 108 anschaffte. Seitdem sind die Lokomotiven 399 105 und 399 106 überwiegend Reserveloks. Alle Lokomotiven tragen jetzt die verkehrsrote Lackierung der Deutschen Bahn AG.

1981 wurde der Triebwagen der Spiekerooger Inselbahn übernommen und als einziger Schmalspurtriebwagen der Deutschen Bundesbahn unter der Betriebsnummer 699 001 (ab 1992: 699 101) geführt. Sie wurde 1993 nach jahrelanger Verwahrlosung ausgemustert und an den Deutschen Eisenbahn-Verein Bruchhausen-Vilsen verkauft.

Es waren auch zwei Draisinen auf Lager. Dazu kamen die Fahrzeuge der Marine, die bis 1945 einen eigenen Fuhrpark auf Wangerooge hatte, sowie eine Lokomotive und ein Waggon des Wasser- und Schifffahrtsamtes, die heute nicht mehr vorhanden sind. Dazu kamen zwei- und vierachsige Kesselwagen, offene und gedeckte Güterwagen (teilweise vierachsig) sowie zwei- und vierachsige Flachwagen.

Die Dampflok 99 211 steht als Mahnmal im Inseldorf.

Die Inselbahn Wangerooge auf der Karte

Hotels auf der Insel Wangerooge

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