Otto-Leege-Pfad

Otto-Leege-Pfad

Der Otto-Leege-Weg ist ein künstlerisch gestalteter ökologischer Lehrpfad, der vom Otto-Leege-Institut in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Juist und der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer unter der Leitung des Bildhauers und damaligen Präsidenten Bernd erstellt wurde Es entstand das FK-Institut Bunk, das auch Ideengeber für das Projekt war. Auf insgesamt 12 Stationen wird dem Besucher mit verschiedenen Installationen auf sehr künstlerische und teilweise spielerische Weise das sensible Ökosystem der Insel erklärt.

Entstehungsgeschichte des Otto-Leege-Weges

Das Otto-Leege-Institut mit Sitz in Juist hat die Idee des Lehrpfades in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und der Inselgemeinde Juist entwickelt. Eigentümer der Einrichtung ist das Otto-Leege-Institut. Geleitet wird das Projekt vom Bildhauer Sandhatter Bernd F. K. Bunk, der auch Präsident des Instituts ist.

2007 hat das Otto Leege Institut einen Internetwettbewerb zur Gestaltung eines Naturlehrpfades auf Juist ausgeschrieben. Fünfzehn Beiträge gingen ein. Der Beitrag der Landschaftsökologin Elke Freese aus Oldenburg erhielt den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis.[6] Die Preisverleihung fand am 10. Mai 2008 statt. Seitdem wird weiter am Aufbau des Lehrpfades gearbeitet. 2009 wurden das Otto-Leege-Tor und das Otto Leege gewidmete Schutzhaus errichtet, 2010 die Aussichtsplattformen und Kunstinstallationen. Bei der weiteren Umsetzung kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den beteiligten Institutionen, darunter auch der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Auf Gestaltung und Inhalt der Informations- und Anzeigetafeln konnte man sich zunächst nicht einigen. Die ursprünglich für das Frühjahr 2011 geplante offizielle Eröffnung des Otto-Leege-Weges ist daher noch nicht erfolgt.

Der Lehrpfad wurde mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU in Höhe von 73.518,00 Euro sowie Zuwendungen aus dem Programm „Naturerlebnis“ der Förderrichtlinie „Naturerlebnis und Nachhaltigkeit“ für das Weltnaturerbe Wattenmeer errichtet 2010 vom Land Niedersachsen gefördert mit 108.382,58 Euro.

Auf dem Otto-Leege-Weg

Auffallend ist ab Beginn des Weges das in den Boden der Aussichtsplattform eingearbeitete Bodenrelief, das die Bedeutung des Wattenmeeres für den Vogelzug zeigt. Die Flugrouten verschiedener Vogelarten sind auf einer stilisierten Karte mit Metallnieten markiert. Entlang des Weges sind immer wieder Informationstafeln angebracht, die die verschiedenen Vogelarten und die einzigartige Artenvielfalt der Insel erklären. Außerdem sind auf dem Holzsteg sieben verschiedene Holzreliefs angebracht, die die Veränderungen darstellen, die sich im Laufe der Jahrhunderte seit 1650 auf der Insel vollzogen haben. Wie die anderen ostfriesischen Inseln hat sich auch Juist über einen langen Zeitraum durch Wetterbedingungen, Strömungen verändert und Erosion.

Der Spazierweg endet barrierefrei, so dass auch Rollstuhlfahrer von dieser Seite den Einstieg des Weges erreichen können. Von hier führt der Weg weiter zum 6,50 Meter hohen und gleich breiten Otto-Leege-Tor, entworfen von Bunk. Er wurde in traditioneller Zimmermannskunst aus gewölbten Douglasien gefertigt, die sich nach langer Suche als perfekt geeignet für den Halterwald bei Oldenburg herausstellten. Die präzise Konstruktion und Montage ohne rechte Winkel stellte die Tischler Carsten Brüning und Thorsten Himmelmann vor eine große Herausforderung, die sie mit einer einzigartigen handwerklichen Meisterleistung beantworteten.

Ein paar Schritte weiter, direkt am Goldfischteich, befindet sich eine kleine Schutzhütte mit Informationstafeln, die über Otto Leege und seine Arbeit informieren. Von hier aus schlenderst du am besten weiter auf dem verwunschenen Pfad am Goldfischteich entlang. Aufmerksame Augen werden die kleinen Malereien nicht übersehen, die bestimmte Knoten schmücken.

Äußere Wegstationen

Neben der Knorpelpumpe und dem Regenmesser sind die Windharfe und die Wasserklangschale für mich als Musiker die beeindruckendsten der 12 Stationen des Otto-Leege-Weges. Die Windharfe ist aus einem massiven Eichenstamm geschnitzt und verwendet Maurerschnur als Saiten. Durch die Ausrichtung der Konstruktion mit dem Wind werden die Saiten zum Schwingen gebracht, wodurch ein breiter und expansiver Klang entsteht. Die Wasserklangschale ist aus Bronze und mit Wasser gefüllt. An den Seiten befinden sich zwei Messinggriffe, die mit nassen Händen gerieben werden können, um das Kunstwerk in Bewegung zu versetzen. Wenn Sie es richtig machen, hören Sie ein Didgeridoo-ähnliches Geräusch und das Wasser beginnt in der Schüssel zu tanzen. Ein akustisches wie auch optisches Erlebnis. Auf dem Rückweg ins Dorf kommt man am Tennisrestaurant und Café „Zweiter Aufschlag“ mit einer schönen großen Sonnenterrasse vorbei. Es ist ein wunderbarer Ort, um nach dem Spaziergang einzukehren und sich vom Besitzer Ercan Sendil köstliche hausgemachte Kuchen oder hausgemachte Limonade servieren zu lassen.

Kunstinstallationen auf dem Weg

Otto-Leege-Tor – Das Otto-Leege-Tor repräsentiert Otto Leeges Einsatz für den Naturschutz, der eine Tür in die Zukunft geöffnet hat. Dies war eine Voraussetzung für die Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe.

Windharfe – Die zwei Meter hohe Windharfe ist eine Skulptur aus massivem Eichenholz, die sich im Wind dreht und durch ein paar gespannte Metallsaiten Töne erzeugt. Durch die drehbare Lagerung der Harfe können Klang und Lautstärke vom Besucher beeinflusst werden. Es wurde vom Bildhauer Bernd F.K. Koje. Umgesetzt wurde das Design von Kettensägenkünstler Peter Neubert und Windharfenbauerin Jutta Kelm.

Wasserklangschale – Die mit Wasser gefüllte Bronzeschale hat zwei Griffe, mit denen durch Reibung unterschiedliche Klänge erzeugt werden können.

Bild-Boden – Nach den Entwürfen der Hauptpreisträgerin Elke Freese: In dieser Installation wird der Boden der Aussichtsplattform an der Flugplatzstraße zum „Imageboden“. Es ist eine zweidimensionale Darstellung und zeigt auf dem Boden der Plattform eine Weltkarte sowie die Zugrouten und die wichtigsten Orte der Zugvögel.

Wer war Karl Georg Leege?

Otto Karl Georg Leege (1862 – 1952) war ein deutscher Wissenschaftler und Pädagoge und gilt als Vater des Ostfriesischen Vogelschutzgebietes auf der Insel Memmert südlich von Juist. 1882 wurde Leege Lehrer auf Juist und begeisterte sich bald für die einzigartige Natur der ostfriesischen Inseln. Als er 1888 zum ersten Mal einen Fuß auf die Memmertinsel setzte, die ursprünglich nur eine Sandbank im Wattenmeer war, regelmäßig Vogeljagd und Nestplünderungen. wurden damals unternommen, so dass das Vogelleben auf der Insel fast vollständig dezimiert wurde. Der Deutsche Vogelschutzverein erklärte Memmert 1907 zur Vogelkolonie und ernannte 1907 Otto Leege zu seinem Prokuristen.

Der Otto-Leege-Pfad auf der Karte

Pin It on Pinterest

Share This